Schmelzsicherung
Ein definierter Leiter schmilzt bei zu hohem Strom und unterbricht dauerhaft. Nach dem Auslösen muss der passende Einsatz ersetzt werden.
ÜBERSTROM · EINMALIG
Sicherungen, Leitungsschutzschalter und Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen reagieren auf unterschiedliche Gefahren. Kein einzelnes Gerät ersetzt die anderen.
Ein definierter Leiter schmilzt bei zu hohem Strom und unterbricht dauerhaft. Nach dem Auslösen muss der passende Einsatz ersetzt werden.
ÜBERSTROM · EINMALIGReagiert thermisch auf Überlast und magnetisch auf hohe Kurzschlussströme. Er schützt vor allem Leitung und Anlage.
ÜBERLAST · KURZSCHLUSSVergleicht hin- und zurückfließende Ströme. Eine Differenz deutet auf einen unerwünschten Fehlerstrom hin und führt zur Abschaltung.
FEHLERSTROM · ZUSATZSCHUTZEin gefährlicher Fehlerstrom kann deutlich kleiner sein als der Strom, bei dem ein Leitungsschutzschalter auslösen würde. Der FI/RCD betrachtet deshalb nicht einfach die Stromhöhe, sondern die Differenz zwischen Hin- und Rückweg.
Fließen beispielsweise auf Hin- und Rückleiter gleich große, aber unzulässig hohe Ströme, sieht der RCD keine Differenz. Für Überstrom bleiben Sicherungen oder Leitungsschutzschalter zuständig.
Schutzorgane reduzieren Risiken, machen Arbeiten an aktiven Teilen aber nicht sicher. Auswahl, Koordination, Prüfung und Dokumentation benötigen Fachwissen und geeignete Messtechnik.
Schutzorgane reagieren auf Fehler. Die fünf Sicherheitsregeln schaffen dagegen einen definierten sicheren Arbeitszustand und dürfen nicht mit Sicherung, LS oder RCD verwechselt werden.
Die Regeln stammen aus dem sicheren Betrieb elektrischer Anlagen. Sie sind kein Heimwerker-Leitfaden: Welche Regeln im konkreten Fall wie anzuwenden sind, beurteilen Elektrofachkräfte beziehungsweise dafür qualifizierte elektrotechnisch unterwiesene Personen.
Die Arbeitsstelle wird allpolig von allen relevanten Spannungsquellen getrennt. Ausschalten allein ist nicht automatisch gleichbedeutend mit sicherer Trennung.
Ein unbeabsichtigtes oder irrtümliches Einschalten wird verhindert, beispielsweise durch geeignete Sperr- und Kennzeichnungsmaßnahmen.
Eine geeignete Fachkraft prüft an der Arbeitsstelle, ob tatsächlich keine gefährliche Spannung mehr anliegt. Eine Schalterstellung genügt als Nachweis nicht.
Wo diese Regel erforderlich ist, wird zuerst geerdet und anschließend kurzgeschlossen. Das schützt unter anderem gegen Rückspeisung und unbeabsichtigte Wiedereinschaltung.
Verbleibende Teile unter Spannung werden gegen Berührung und gefährliche Annäherung gesichert, wenn sie nicht ebenfalls freigeschaltet werden können.
Übersicht der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zum sicheren Arbeiten an elektrischen Anlagen und Geräten.
Regelt Verantwortung und Anforderungen an Errichtung, Änderung und Instandhaltung elektrischer Anlagen.
Anforderungen an elektrische Anlagen und Betriebsmittel im betrieblichen Umfeld.