Sicher gedacht
06 · ELEKTRISCHER SCHUTZ

Drei Namen.
Drei Schutzaufgaben.

Sicherungen, Leitungsschutzschalter und Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen reagieren auf unterschiedliche Gefahren. Kein einzelnes Gerät ersetzt die anderen.

F

Schmelzsicherung

Ein definierter Leiter schmilzt bei zu hohem Strom und unterbricht dauerhaft. Nach dem Auslösen muss der passende Einsatz ersetzt werden.

ÜBERSTROM · EINMALIG
LS

Leitungsschutzschalter

Reagiert thermisch auf Überlast und magnetisch auf hohe Kurzschlussströme. Er schützt vor allem Leitung und Anlage.

ÜBERLAST · KURZSCHLUSS
ΔI

FI / RCD

Vergleicht hin- und zurückfließende Ströme. Eine Differenz deutet auf einen unerwünschten Fehlerstrom hin und führt zur Abschaltung.

FEHLERSTROM · ZUSATZSCHUTZ

Warum der LS nicht alles erkennt

Ein gefährlicher Fehlerstrom kann deutlich kleiner sein als der Strom, bei dem ein Leitungsschutzschalter auslösen würde. Der FI/RCD betrachtet deshalb nicht einfach die Stromhöhe, sondern die Differenz zwischen Hin- und Rückweg.

Warum der FI nicht vor Überlast schützt

Fließen beispielsweise auf Hin- und Rückleiter gleich große, aber unzulässig hohe Ströme, sieht der RCD keine Differenz. Für Überstrom bleiben Sicherungen oder Leitungsschutzschalter zuständig.

Abschaltung ist kein Freibrief

Schutzorgane reduzieren Risiken, machen Arbeiten an aktiven Teilen aber nicht sicher. Auswahl, Koordination, Prüfung und Dokumentation benötigen Fachwissen und geeignete Messtechnik.

Fachbetrieb erforderlich: Arbeiten an elektrischen Anlagen hinter der Hausanschlusssicherung dürfen nach § 13 NAV grundsätzlich nur der Netzbetreiber oder ein eingetragenes Installationsunternehmen ausführen. Die Simulation ersetzt keine Prüfung nach den einschlägigen Regeln.