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Netzwerke · IPv4-Grundlagen

Ein großes Netz.
Sinnvoll aufgeteilt.

Ein Subnetz bestimmt, welche Geräte direkte Nachbarn sind. Der Planer übersetzt deinen Bedarf in eine konkrete Struktur – ohne dass du Binärzahlen auswendig lernen musst.

Internet
Firewall & Routerentscheidet, wer wohin darf
10Mitarbeitende192.168.10.0/24
20Gäste192.168.20.0/24
30IoT · smarte Geräte192.168.30.0/24

Ein physisches Netz, mehrere logisch getrennte Bereiche.

DAS GRUNDPRINZIP

Jedes Bauteil hat
eine klare Aufgabe.

Eine Adresse sagt, welches Gerät gemeint ist. Die Maske sagt, wer als direkter Nachbar gilt. Alles außerhalb erreicht das Gerät über sein Gateway.

01 · ADRESSE

IP-Adresse

Die IP-Adresse kennzeichnet ein Gerät innerhalb eines Netzes. Sie besteht bei IPv4 aus vier Zahlenblöcken. Bei 192.168.10.42 ist ein Teil für das Netz und ein Teil für das einzelne Gerät zuständig – wo die Grenze liegt, bestimmt die Subnetzmaske.

Praxis: Notebook, Drucker und Smartphone benötigen jeweils eine eigene Adresse.

192.168.10.42
02 · GRENZE

Subnetzmaske & CIDR

Die Maske legt fest, welche Adressen zum eigenen direkten Netz gehören. /24 ist die Kurzschreibweise für 255.255.255.0. Dieses Netz enthält 256 Adressen; Netz- und Broadcastadresse sind reserviert, deshalb bleiben 254 nutzbar.

Je kleiner die Zahl hinter dem Schrägstrich, desto größer ist das Netz.

/24 = 254 nutzbare Adressen
03 · AUSGANG

Gateway

Das Standard-Gateway ist normalerweise die Adresse des Routers oder der Firewall im jeweiligen Subnetz. Ziele im eigenen Netz werden direkt erreicht. Für Internet, Servernetz oder ein anderes VLAN wird das Paket an das Gateway übergeben.

Ohne korrektes Gateway funktioniert das lokale Netz, aber der Weg nach draußen meist nicht.

192.168.10.1
04 · VERGABE

DHCP

DHCP verteilt automatisch IP-Adresse, Maske, Gateway und meist auch DNS-Server. Eine Adresse wird zeitlich „gemietet“. Für Drucker oder Server kann eine feste DHCP-Reservierung sinnvoller sein als eine manuell eingetragene Adresse.

Der DHCP-Bereich sollte Gateway und fest reservierte Infrastruktur aussparen.

.20 bis .240 dynamisch
05 · TRENNUNG

VLAN

Ein VLAN bildet auf verwaltbaren Switches und Access Points ein logisch getrenntes Netz. So können Gäste, Kameras und Mitarbeitende dieselben Kabel und Geräte nutzen, ohne automatisch direkte Nachbarn zu sein.

Dafür müssen Switch, WLAN und Router die VLAN-Kennzeichnung gemeinsam unterstützen.

VLAN 20 · Gäste
06 · REGELN

Firewall & Routing

Routing schafft den Weg zwischen Subnetzen. Die Firewall entscheidet anschließend, welcher Verkehr diesen Weg benutzen darf. Eine gute Regel erlaubt nur das Nötige – etwa Gäste zum Internet, aber nicht zum internen Dateiserver.

Trennung ohne passende Firewall-Regeln ist häufig nur unvollständig umgesetzt.

Gäste → Internet · intern gesperrt
IP-ADRESSEN ALS WOHNGEBIET

Die Adresse zeigt zum Haus.
Die Maske zeichnet die Grenze.

Stell dir jedes Subnetz als eigenes Wohngebiet vor. Bei 192.168.10.42/24 bezeichnet 192.168.10 das Wohngebiet und 42 das einzelne Haus. Ein Datenpaket fährt wie ein Auto zur Zieladresse.

IoT – nicht „LoT“

IoT steht für Internet of Things, auf Deutsch „Internet der Dinge“. Gemeint sind vernetzte Alltagsgeräte wie Kameras, Sensoren, Fernseher, Drucker oder smarte Steckdosen. Weil das große I leicht mit einem kleinen l verwechselt wird, schreiben wir im Planer zusätzlich „smarte Geräte“.

Grenze der Analogie: Ein IP-Netz ist kein echter Ort. Die Zuordnung entsteht durch Konfiguration; zwei Geräte können im selben Raum stehen und trotzdem zu getrennten Subnetzen gehören.

Wohngebiet 192.168.10.0/24
StartHaus 42
ZielHaus 50
Wohngebiet 192.168.20.0/24
ZielHaus 23
GatewayAusfahrt & Wegweiser
Direkter Weg im selben Subnetz

Beide Häuser liegen im Wohngebiet 192.168.10.0/24. Das Datenauto erreicht das Ziel direkt; das Gateway wird nicht benötigt.

DOMAIN & DNS

Menschen merken sich Namen.
Netze arbeiten mit Adressen.

sichergedacht.de ist ein gut merkbarer Name. Damit dein Browser den richtigen Server erreicht, lässt er diesen Namen über das Domain Name System – kurz DNS – in eine IP-Adresse übersetzen.

FÜR MENSCHENsichergedacht.deleicht zu lesen und zu merken
DNS
übersetzt
FÜR DAS NETZ217.154.223.65technische Adresse des Servers
DOMAIN EINGEBEN
ANFRAGEWEG
1Browserfragt nach der Adresse
2DNS-Resolverkennt oder sucht die Antwort
3Nameserverliefert den DNS-Eintrag
4IP-Adresse217.154.223.65
Bereit für die NamensauflösungDomain → DNS → IP-Adresse

Beim ersten Besuch fragt der Resolver zuständige DNS-Server ab. Die Antwort wird zeitlich begrenzt gespeichert.

Missbrauchsschutz: nur öffentliche Domains, keine IP- oder internen Ziele; maximal 12 Abfragen pro Minute und 80 pro Tag. Der Server sieht wie bei jedem Seitenaufruf die Besucher-IP und nutzt daraus einen zeitlich begrenzten Zähler. DNS-Ergebnisse werden höchstens drei Minuten zwischengespeichert.

01

Domain

Der registrierbare Name, zum Beispiel sichergedacht.de. Eine Domain kann auf Webseiten, Mailserver und weitere Dienste verweisen.

02

Top-Level-Domain

Der letzte Abschnitt wie .de, .com oder .online. Er gehört zur hierarchischen Struktur des DNS.

03

Subdomain

Ein vorangestellter Bereich wie wiki.timstoppa.de. Damit lassen sich Dienste unter einer Domain logisch ordnen.

04

URL

Die vollständige Adresse einer Ressource. Sie enthält Protokoll, Domain und gegebenenfalls Pfad: https://sichergedacht.de/netzwerke/.

HÄUFIGE DNS-EINTRÄGE

Nicht jeder Eintrag führt zu einer Webseite.

  • ADomain → IPv4-Adresse
  • AAAADomain → IPv6-Adresse
  • CNAMEName → anderer Name
  • MXzuständiger Mailserver

Wie lange eine Antwort zwischengespeichert werden darf, bestimmt ihre TTL. Nach einer DNS-Änderung können deshalb vorübergehend alte und neue Antworten parallel auftauchen.

SO ENTSCHEIDET EIN GERÄT

Bleibt das Datenpaket hier – oder muss es zum Router?

Das Gerät vergleicht die Zieladresse mithilfe seiner Subnetzmaske. Daraus ergibt sich der nächste Schritt automatisch.

1

Ziel prüfen

Das Notebook möchte beispielsweise 192.168.10.50 erreichen.

2

Netz vergleichen

Mit /24 erkennt es: Die ersten drei Zahlenblöcke gehören zum Netz.

3

Direkt oder Gateway

Gleiches Netz bedeutet direkte Zustellung. Bei einem anderen Netz geht das Paket an das Gateway.

4

Regel anwenden

Router und Firewall suchen einen Weg und prüfen, ob diese Verbindung erlaubt ist.

WANN BRAUCHE ICH WAS?

Eine einfache Entscheidungshilfe

Nur wenige vertrauenswürdige Geräte?
Ein einziges Subnetz kann ausreichen. Ein separates Gast-WLAN bleibt trotzdem sinnvoll.
Gäste, Kameras oder IoT vorhanden?
Eigene VLANs und Subnetze begrenzen, welche Systeme diese Geräte direkt erreichen können.
Mehrere VLANs geplant?
Dann brauchst du VLAN-fähige Switches und Access Points sowie Router oder Firewall für das Routing.
Dienste sollen erreichbar sein?
Lege gezielte Firewall-Regeln fest, statt komplette Netze gegenseitig freizuschalten.
INTERAKTIVER WIZARD

Von deinem Bedarf
zum Subnetzplan.

Keine Daten verlassen deinen Browser. Das Ergebnis ist eine Planungshilfe für private IPv4-Netze.

1Umgebung
2Bereiche
3Größe
4Plan
PRIVAT BLEIBT PRIVAT

Warum 10.x, 172.16–31.x und 192.168.x?

Diese Bereiche sind für interne Netze reserviert und werden im öffentlichen Internet nicht geroutet. Am Internetzugang übersetzt der Router private Adressen üblicherweise per NAT in eine öffentliche Adresse. Das ist Adressübersetzung – keine vollständige Sicherheitslösung.

01

Trenne nach Schutzbedarf, nicht nur nach Etage. Gäste, Kameras und IoT benötigen andere Rechte als Mitarbeitende.

02

Plane Reserve ein, aber verschwende nicht blind riesige Netze. Kleine, verständliche Bereiche sind leichter zu kontrollieren.

03

Dokumentiere Regeln. Ein VLAN allein blockiert noch nichts; Router und Firewall müssen die gewünschte Trennung umsetzen.